Eltern Schule

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Ziele für eine Prävention

Die Zielgruppe für eine primäre Prävention zur Förderung einer sicheren Bindungsentwicklung sind insbesondere werdende Eltern – sowohl Eltern, die ihr erstes Kind bekommen, als auch solche, die schon ein oder mehrere Kinder haben -, damit diese schon mit Beginn der Schwangerschaft in ihren Kompetenzen und Fähigkeiten geschult und für die Bedürfnisse ihres Kindes emotional und auch kognitiv sensibilisiert werden. Grundsätzlich sollten die Eltern die Motivation mitbringen, sich auf die emotionale Entwicklung ihres Kindes einzulassen und hierfür als unterstützende Massnahme ein Präventionsprogramm in Anspruch zu nehmen. Die klinische Erfahrung zeigt, dass Eltern gerade während der Schwangerschaft sehr mit ihren eigenen traumatischen Erfahrungen aus ihrer Kindheit beschäftigt sind. Gerade die Beziehung zu den eigenen Eltern – sowohl mit den positiven Bindungserfahrungen wie auch mit traumatischen Erfahrungen – wird wieder aus der Erinnerung wachgerufen und ist den Eltern während der Schwangerschaft, mit allen Erinnerungen von Freude, Angst, Wut und Enttäuschung, oftmals sehr nahe. Negative Erfahrungen und Prägungen werden leider stärker programmiert/geprägt. Dies ist so, weil wir von Natur her Wesen sind, die Harmonie bevorzugen und diese suchen. Die Eltern überlegen sich, ob sie im Entwurf einer eigenen Mutterschaft oder Vaterschaft so werden möchten wie ihre Eltern oder ob sie auf gar keinen Fall die eigenen Erfahrungen mit ihren Eltern in der neuen eigenen Elternschaft wiederholen möchten.

Gerade während der Schwangerschaft sind die Eltern aufgrund der Eigendynamik, welche die Beschäftigung mit ihrer Kindheit und Vergangenheit entfaltet, sehr motiviert und bereit, sich mit den selbst erlebten Erfahrungen nochmals auseinanderzusetzen. Ist ein Baby erst einmal geboren, konzentrieren sich die Eltern vor allem auf die vielfältigen täglichen Anforderungen – wie füttern, wickeln und für den Schlaf des Babys zu sorgen -, die mit der Fürsorge für das Baby verbunden sind. Daher treten nach der Geburt Erfahrungen und Gefühle aus der eigenen Kindheit – positive wie schmerzliche – eher wieder in den Hintergrund, weil die Alltagsbeschäftigung mit dem Baby so viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.

In dieser Phase nach der Geburt benötigen die Eltern während des ersten Lebensjahres zusätzliche Hilfestellungen, da viele Fragen erst in dem Moment auftauchen, wenn sie konkret durch das Baby damit konfrontiert sind. Oft melden sich Eltern bei frühen Hilfen erst, wenn viele interaktionelle Schwierigkeiten in Bezug auf Füttern, Schlafen, Beziehungsaufbau sich bereits chronifiziert haben, ein Baby also etwa bereits über mehrere Wochen täglich für viele Stunden weint und sich nicht beruhigen lässt. Die Eltern suchen Hilfe oftmals erst zu einem Zeitpunkt, wenn sie bereits im Stadium der psychischen Dekompensation sind. Um solche Zustände möglichst frühzeitig abzufangen und den Eltern unmittelbar bei den ersten Irritationen und Schwierigkeiten eine Hilfestellung anzubieten, sollte ein Präventionsprogramm Eltern mit einem Säugling möglichst während des ersten Lebensjahres in der Adaptionsphase nach der Geburt unterstützen.

Inhalte unseres BabySafeStart Programmes

Die BabySafeStart-Module sollen für alle Eltern zugänglich sein. Es besteht aus insgesamt drei-vier Modulen. Im pränatalen sowie im postnatalen Modul treffen sich die Eltern in Elterngruppen. Die Gruppe mit den Eltern, die gleichzeitig in ähnlichen Schwangerschaftsphasen sind, stellt dabei für das gesamte Programm einen wesentlichen haltenden Rahmen dar. Es entsteht über die Kursdauer, ab der ca. 18-20. Schwangerschaftswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres, eine grosse Gruppenkohäsion. Die individuelle Unterstützung und intensive Begleitung, sowie die Benutzung einer Hotline werden von den Eltern individuell in Anspruch genommen. Somit kombiniert BabySafeStart gruppentherapeutische Effekte wie auch individualtherapeutische Möglichkeiten in einem einzigen Präventionsprogramm.

Pränatales Modul

Wir beginnen sehr früh in der Schwangerschaft mit dem ersten Modul (die optimale Schwangerschaft), beginnend ab der ca. 18- 20. Schwangerschaftswoche.

Postnatales Modul

Das vierte Modul, welches kurz nach der Geburt, besucht wird – bittet auch hier die Gruppe wieder ein hilfreicher Faktor, da alle Eltern im einem vergleichbaren Entwicklungsprozess stecken. Es entwickelt sich somit eine Eltern-Peer-Gruppe, die auch ausserhalb der Kursmodule, Aktivitäten zusammen unternimmt. Ein grosses Potenzial sehen wir auch hier unter Väter. Der Austausch unter Väter ist sehr wichtig, aber auch dringend notwendig.

Die postnatalen Inhalte beziehen sich auf die Verarbeitung des Geburtserlebnisses, das nicht immer mit positiven Erfahrungen verbunden ist. Als weitere Inhalte nach der Geburt stehen die Regulationsstörungen wie Füttern, Stillen, Schlafen, Schreien sowie die emotionale Beziehung im Mittelpunkt. Die Eltern bringen die Babys zu den Terminen mit, so dass das Bindungsverhalten der Eltern und das des Kindes sowie das Explorationsverhalten des Babys in der Gruppe direkt beobachtet und daraus gelernt werden kann.

Während dieser Zeit werden von den Eltern und ihrem Baby auch individuelle Videoaufnahmen angefertigt, mit Interaktionen beim Wickeln, Füttern, Stillen, Spielen oder Schreiphasen. Die Szenen werden sowohl mit der Mutter als auch mit dem Vater in einem individuellen Feedback-Training besprochen. Ziel ist es, dass die Eltern nun mit den realen aktuellen Erfahrungen mit ihrem Baby lernen sollen, dessen individuelle Signale besser zu erkennen, richtig zu interpretieren und angemessen und prompt hierauf zu reagieren. Irritationen und emotionale Schwierigkeiten der Eltern sowie Fehlinterpretationen und Projektionen aus der eigenen Kindheitsgeschichte können bereits in diesem Stadium, also frühzeitig, erkannt und besprochen sowie korrigiert werden. Wenn die Eltern einverstanden sind, können ihre individuellen Videoaufnahmen mit ihrem Baby auch in der Gruppe als Feedbacktraining für alle Teilnehmer verwendet werden.

Weiterführende Module

Im weiteren ist es nach den  Basis-Modulen der Elternschulung BabySafeStart sehr empfehlenswert weitere Kurzmodule zu besuchen. Die Inhalte sind dann jeweils über ein bestimmtes Thema auf die ersten Schritte des Familienalltags abgestimmt und können individuell besucht werden.

  • Stillprobleme
  • Schlafproblematiken
  • Babytränen und das Schreien
  • Babylese/beobachtungs Module
  • Bindung durch Berührungskurse (Schmetterlingsmassage nach Eva Reich)
  • Stressmanagement (sehr gerne besucht von den Vätern)
  • Vaterrolle
Individuelle Unterstützung/Begleitung und Therapie

Wir stellen bei beiden Elternteilen fest, ob allenfalls traumatische Erfahrungen, die noch ungelöst sind, von ihnen mit in die Beziehung zu ihren Kindern hineingebracht werden. Nach den bisherigen Erfahrungen gibt es bei ca. 30% der Eltern solche ungelösten traumatischen Erfahrungen, die eine individuelle Traumaberatung erforderlich machen.

Besonders die ungelösten traumatischen Erfahrungen sind von grosser Bedeutung, weil die Kinder durch ihre Verhaltensweisen ganz ungewollt bei ihren Eltern traumatische Erfahrungen und die dazugehörigen Affekte wieder wachrufen können. Diese sind wie „Geister im Kinderzimmer“, die ungerufen kommen. So kann etwa das Weinen eines Kindes, die Suche nach Zärtlichkeit, können Wutanfälle oder auch Forderungen des Kindes nach Nähe und Kontakt bei der Mutter oder dem Vater ungelöste traumatische Erfahrungen in Erinnerung bringen. Wenn dies unkontrolliert und unbewusst geschieht, können sich die Eltern plötzlich auf einer imaginären Bühne „im Kampf“ befinden. Ihr Kind wird im schlimmsten Fall gleichzeitig Akteur und Opfer in einem alten traumatischen Theaterstück, in dem ihm eine Rolle zugeschrieben wird, die es sich selbst nicht ausgesucht hat. Es kann etwa zur Zielscheibe und Projektionsfläche für gewalttätige Fantasien werden, und im schlimmsten Fall kann es zu einer realen Wiederholung von Gewalterfahrungen kommen indem das Kind unbeabsichtigt von der Mutter oder dem Vater geschüttelt wird. Solche oft zeitlich kurzen traumatischen Reinzensierungen können fatale Folgen haben, da das Kind etwa durch eine Hirnblutung oder eine Augenblutung nach einem Schütteltrauma zeitlebens behindert oder geschädigt sein kann. Diese Erlebnisse wiederholen sich wie in einem Teufelskreis. Es ist ein spezielles Ziel von uns und SAFE-START diese Teufelskreise zu durchbrechen. Deshalb ist es gerade in solchen Fällen von besonderer Wichtigkeit, bereits in der Schwangerschaft die Methode des Mentaltrainings zu erlernen und Möglichkeiten, Hilfe der Stabilisierung zu erfahren und erlernen.

Hotline

Ein weiteres Interventionsmodul ist die Hotline. Gerade nach der Geburt sind Schwierigkeiten mit Adaptionsprozessen – etwa beim Einschlafen – relativ typisch, so dass Eltern hier in der Regel zum ersten Mal in Not geraten, wenn ihr Baby sich nicht ablegen lässt und stundenlang weint, ohne dass sie das Baby beruhigen können oder ohne dass sie für das unstillbare Schreien einen Grund finden können. Aus der Erfahrung ist bekannt, dass sich die Eltern in diesen sehr stressvollen Situationen oft erst viel zu spät Hilfe suchen.

Ziel des gesamten BabyStafeStart Programms ist es, dass nach dem Ablauf des ersten Lebensjahres möglichst viele Kinder von Eltern, die an unseren Modulen teilgenommen haben, sichere Bindungsmuster aufweisen und sich die Erfahrungen der elterlichen Traumata nicht mit dem Säugling wiederholt haben.

Eltern-Baby-Coach

Zur Verbreitung des Programms besteht die Möglichkeit, sich als Eltern-Baby-Coach ausbilden zu lassen. Es können grundsätzlich alle Menschen aller Berufsgruppen, die mit Schwangeren, Eltern und ihren Säuglingen arbeiten, als potentielle QC BabySafeStart Eltern-Baby-Coaches melden, wie Hebammen, Stillberaterinnen, Krankenschwestern, Craniotherapeuten, Osteopathen, Psychotherapeuten, Kinderärzte, Gynäkologen, Mütter-beraterinnen usw. Weitere Infos folgen…

Eltern-Feedback zur Eltern Baby Schule

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“Hier gehört das Feedback dieser Eltern hin!”
ev. auch der Name dazu

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